Antrag - Digitales Lernen - nie so wichtig wie jetzt!

23.06.2020

Die FDP-Fraktion stellt zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung folgenden

ANTRAG

Die Stadtvertretung möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, in Kooperation mit den Schulen ein Konzept zu
entwickeln, wie alle Schülerinnen und Schüler der Schwentinentaler Schulen ab
der Klassenstufe 4 (ggf. Klassenstufe 5) schnellstmöglich mit einem Tablet
(mobiles Endgerät) für den digitalen Unterricht ausgerüstet werden können,
welches sie zur persönlichen Verwendung in der Schule bekommen und im
Bedarfsfall auch mit nach Hause nehmen können.

Das Konzept sollte die Bereitstellung der Tablets, die sichere Verwaltung inkl.
Versicherungsschutz sowie die Bereitstellung geeigneter Software-Pakete zur
Nutzung umfassen. Lerninhalte müssen von den Schulen auf Basis von
Lehrplänen definiert werden.

Bei der Erstellung des Konzeptes sollten etwaige Planungen des Bundes und
des Landes Schleswig-Holstein (beschleunigte Umsetzung des DigitalPaktes
Schule, etc.) berücksichtigt werden.

Begründung:
Die Corona-Krise legt offen, wie groß die Lücken in der digitalen Versorgung im
Bildungsbereich sind und welche gravierenden Unterschiede zwischen den
Schulen bestehen. Die abrupten Schulschließungen waren eine bisher
historische Ausnahmesituation. Das ungeplante Lernen von zu Hause ist für die
Schulen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler, ein unglaublicher Kraftakt
gewesen. Engagierte Lehrkräfte haben Schülerinnen und Schüler in der Phase
des Improvisierens hervorragend unterstützt. Andere waren hierfür nicht
vorbereitet oder ausgebildet.

Digitales Lernen erschien lange Zeit als "Luxus-Thema". Gerade in Zeiten der
Corona bedingten Schulschließungen zeigte sich jedoch, wie wichtig es
bildungspolitisch ist, allen Kindern die gleiche Voraussetzung zum digitalen
Lernen zu ermöglichen. Digitales Lernen wird auch nach der Corona-Krise ein
wichtiger Zusatzbaustein zum Präsenzunterricht bleiben. Einige Schülerinnen
und Schüler sind schon von zu Hause aus gut mit digitaler Technik ausgestattet,
andere haben gar kein mobiles Endgerät zur Verfügung. Die angestrebte
Chancengleichheit in der Bildung wird dadurch substanziell behindert. Zahlreiche
Schülerinnen und Schüler sind und bleiben dadurch benachteiligt.