Naturerlebnisbad- Absage!

28.08.2018

Pressemitteilung von Grünen, WIR und FDP (28.8.2018)

Absage der Stadtvertretung und der Präsentationen -

Bedauern und Unverständnis bei Grünen, WIR und FDP über die andauernde Blockbildung und fehlende Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung

Eigentlich wäre alles gut: die Stadt hat die Möglichkeit sich um eine hohe Fördersumme beim Bund zu bewerben mit einem erheblichen Risiko allerdings, weil die Erfolgschancen eher gering sind und die Sanierung des Bades sich um ein weiteres Jahr verzögern würde. In dieser Situation haben Grüne, WIR und FDP vorgeschlagen, neben dem seit einem Jahr nebulösen Sanierungskonzept der Stadtwerke noch einmal das Naturerlebnisbad in Betracht zu ziehen, weil dieses, anders als die konventionelle Sanierung, ein hohes Innovationspotential besitzt und damit, eingebunden in unser ganzheitliches Konzept "Naturerlebnisraum Schwentinental", auch nach Rücksprache mit Fachleuten, deutlich bessere Erfolgschancen hätte. Wir waren der Meinung, bei solch einer hohen Summe Geldes und dem andererseits bestehenden Risiko, das mit einem Scheitern des Förderantrages verbunden ist, war es zwingend notwendig sich in der Stadtvertretung über die Sanierungskonzepte zu informieren, zu beraten und dann zu entscheiden.

Wir glauben anders als CDU, SPD und SWG auch nicht, dass ein ökologisch aufgehübschtes konventionelles Sanierungskonzept echte Chancen bei der Bundesförderung hat. Zumal: wenn ein zusätzliches Planschbecken und eine aufwändige zusätzliche Abwasserreinigung (um das Wasser in die Schwentine leiten zu können) gebaut werden sollen, entstehen zusätzliche erhebliche Kosten in Höhe von mehreren hunderttausend Euro, die das Bad wieder erheblich teurer machen. Im Naturerlebnisbad wäre all dies zu einem vorab schon günstigeren Preis "all inklusive" gewesen!

Unsere drei Fraktionen sind bestürzt, dass sich CDU, SPD und SWG bereits im Vorwege darauf geeinigt haben, den gewagten Förderantrag beim Bund für die konventionelle Sanierungsvariante auf jeden Fall zu stellen und dass Sie durch Ihren Widerspruch die Sitzung der Stadtvertretung am morgigen Mittwoch mit den Präsentationen der beiden Sanierungskonzepte verhindert haben. Damit verweigert sich ein maßgeblicher Teil der Stadtvertreter überhaupt der Möglichkeit sich zu informieren. Erst im Anschluss wäre dann ja die Entscheidung für ein Förderkonzept gefallen. Uns fehlt jegliches Verständnis dafür, dass eine kleine Zahl von Stadtvertretern auch den in hohem Maße besorgten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit nimmt sich zu informieren. Hier zeigt sich einerseits ein erschreckendes Demokratieverständnis einiger und andererseits ein hohes Maß an Desinteresse vieler anderer Stadtvertreter, sich im Interesse des Wohles der Bürgerinnen und Bürger und des Wohles der Stadt ernsthaft Gedanken zu machen. Man stellt selber keine Fragen, sondern schließt sich eben den Vorgaben der Fraktionsvorsitzenden an. Dies ist aus unserer Sicht besonders bedauerlich im Falle der SWG, die sich zunächst auf den Weg gemacht zu haben schien, eigenständigere Wege zu gehen, jetzt aber auch unter dem neuen Vorsitzenden Steenbock offensichtlich nicht den Mut hat aus dem gemeinsamen Block mit CDU und SPD auszuscheren.

Es zeigt sich hier auch in erschreckender Weise die Problematik der vollständigen Abnabelung des Stadtwerke-Aufsichtsrates und der Stadtwerke insgesamt vom zuständigen Hauptausschuss und der Stadtvertretung. Seit einem Jahr haben wir ein im Handstreich beschlossenes, nebulöses Sanierungskonzept und erfahren - nichts. In keiner anderen uns bekannten Gemeinde wird so eine Freibadsanierung ohne Informationen und ohne jegliche Bürgerbeteiligung durchgeführt.

Es ist deshalb aus unserer Sicht dringend an der Zeit, dass wieder eine gewisse Transparenz in den Entscheidungsprozessen beim Aufsichtsrat einzieht!

Mit großem Bedauern stellen wir abschließend fest, dass aus unserer Sicht normale demokratische Prozesse in Schwentinental offenbar keineswegs selbstverständlich sind. Wir hätten uns im Sinne unserer Stadt mit unserem Konzept "Naturerlebnisraum Schwentine" und dem Naturerlebnisbad große Chancen ausgerechnet, Fördergelder des Bundes zu erhalten und die Sanierungskosten für die Stadt so unter eine Million Euro zu drücken.

Wir glauben, dass wir es den erheblich verunsicherten Bürgerinnen und Bürgern schuldig sind, mit Ihnen im Gespräch zu bleiben, Ihnen unsere Beweggründe zu erklären, Fragen zur aktuellen Situation, zum Naturerlebnisbad und zu unserem ganzheitlichen, nachhaltigen Konzept "Naturerlebnisraum Schwentine" zu beantworten und laden deshalb alle Interessierte ein zu einem offenen Bürgergespräch am kommenden Mittwoch um 18 Uhr im Restaurant Ihr Grieche am Freibad, zu der Zeit also, in der eigentlich die Stadtvertretung mit Präsentation der beiden Sanierungskonzepte stattgefunden hätte.

Andreas Müller, Grüne, Joachim Harting, WIR, Jan Voigt, FDP