Naturerlebnisbad

21.08.2018

Gemeinsame Presseerklärung von Grünen, WIR und FDP (21.08.2018)

Naturerlebnisbad eröffnet einmalige Chance auf Fördermillion

Schwentinental. In den Fraktionen der Stadtvertretung wird derzeit unter großem Zeitdruck ein möglicher Antrag im Rahmen des Förderprogrammes "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" des Bundesbauministeriums für die Freibadsanierung diskutiert. Projekte können mit 45 % der Netto-Investitionssumme gefördert werden (im Falle des Freibades wären das ca. 1,2 Millionen €), allerdings kamen in den beiden vorangegangenen Förderzeiträumen lediglich 5-6 % der beantragten Projekte (104 von knapp 2000) zum Zuge. Hinsichtlich einer Bewerbung für das aktuelle Förderprogramm meinen Grüne, WIR und FDP deshalb: eine genaue Abwägung von Chancen und Risiken ist notwendig!

Grüne, WIR und FDP hätten sich auch gewünscht, dass wir bereits im vorhergehenden Förderzeitraum, für den die Bewerbungsfrist vor einem Jahr war, von diesem attraktiven Bundesprogramm Kenntnis gehabt hätten. Dies zeige einmal mehr, wie dringend notwendig ein effektives, aktives Fördermanagement wäre, um nicht noch mehr Fördermöglichkeiten zu verpassen.

Aufgrund der Modalitäten der Antragstellung ist zu erwarten, dass die Sanierung des Freibades um ein weiteres Jahr nach hinten geschoben werden muss. Das ist angesichts der maroden Technik und Becken ein Vabanquespiel. Schwerer wiegt aber noch das Risiko weiterer unabsehbarer Kostensteigerungen, wie wir sie gerade auch beim Feuerwehrgerätehaus oder anderen Baumaßnahmen erleben. Wir wollen nicht in einem Jahr vor einer Situation stehen, in der wir die Freibadsanierung angesichts explodierender Kosten nach Auslaufen der Bindungsfrist des Bürgerbegehrens wieder in Frage stellen. Im Moment haben wir immerhin ca. 700.000 € an Fördergeldern (Land, Kreis) sicher.

"Für uns ist deshalb unabdingbar: ein Förderantrag muss halbwegs aussichtsreich sein, damit das Risiko in finanzieller Hinsicht und hinsichtlich der Umsetzung der Freibadsanierung überhaupt, gerechtfertigt ist", stellt Andreas Müller, Fraktionsvorsitzender der Grünen, fest.

Das Bundesprogramm beschreibt einige wesentliche Voraussetzungen für die Förderung: regionale/überregionale Bedeutung, Einbindung in ein Stadtentwicklungskonzept, Beitrag zum Klimaschutz, hohes Innovationspotential, überdurchschnittliches Investitionsvolumen, hohe Bedeutung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration in der Kommune. Wichtig für einen Fördererfolg scheint darüber hinaus auch eine gute Öffentlichkeitsbeteiligung im Vorfeld des Projektes und politische Unterstützung zu sein.

Das im Oktober 2017 vorgestellte stufenweise Sanierungskonzept, das bis heute nicht deutlicher skizziert wurde erfüllt einige wesentliche Vorgaben nicht: Schwentinental hat kein Stadtentwicklungskonzept in das die Freibadsanierung eingebunden wäre, eine Öffentlichkeitsbeteiligung fand nicht statt und, am schwerwiegendsten, das Sanierungskonzept ist nicht wirklich innovativ. Auch aus Klima-/Umweltgesichtspunkten bringt es keine wesentlichen Vorteile, außer der bisher schon vorhandenen Nutzung des Blockheizkraftwerkes und der möglichen Installation einiger Photovoltaikpaneele. Es ist im Prinzip nicht mehr als eine Neuauflage des bisherigen Bades in Edelstahl.

Unsere drei Fraktionen glauben, dass wir damit im Wettbewerb mit den anderen Städten und Gemeinden keine reelle Chance haben werden.

Ein Förderantrag ist aus Sicht von Grünen, WIR und FDP nur mit einem wirklich innovativem Konzept sinnvoll und erfolgversprechend, wie es ein Naturerlebnisbad darstellt, so wie es im Entwurf für Schwentinental vor einem Jahr sehr überzeugend vom Geschäftsführer der Stadtwerke vorgestellt wurde. Der Verzicht auf Chlor, die Biofiltration des Wassers mit Schilf, die entfallende Abwasseraufbereitung, erhebliche Energie -und Materialeinsparungen sind Meilensteine im Sinne nachhaltigen Handelns, welche mit deutlich geringeren CO2-Emissionen einhergehen. Mit diesem aus Sicht der drei Fraktionen bereits vorhandenen, schlüssigen Gesamtkonzept könne man optimistisch in den Wettbewerb um die Fördergelder treten. Die Bäder der Firma Eko-Plant beispielsweise, seien ökologischer Hightech, hoch innovativ, sehr attraktiv, betriebssicher und erfolgreich. Sie erfüllen auch alle Anforderungen (50m-Bahnen, Sprungturm, Beheizbarkeit, Weiterbetrieb der Rutsche) die an unser Bad gestellt werden. Dieses Jahr, so haben die Politiker herausgefunden, wurden gleich drei Bäder in Uetze bei Celle, Göttingen-Weende und Bad Düben in Sachsen von Eko-Plant zu Naturerlebnisbädern umgestaltet.

"Auch aus Sicht der FDP ist ein Förderantrag für ein Naturerlebnisbad der einzig gangbare Weg", bringt es deren Fraktionsvorsitzender Jan Voigt auf den Punkt.

Das von den Grünen ins Spiel gebracht Konzept des "Naturerlebnisraumes Schwentine", der neben dem Naturerlebnisbad als zentraler Einrichtung auch den in die Jahre gekommenen, dringend sanierungsbedürftigen Schwentinepark/Wildpark, den Wasserwanderweg Schwentine und das FFH-Gebiet "Untere Schwentine" mit einschließt, die durch ein gemeinsames umwelt- und erlebnispädagogisches Konzept verbunden würden, könnte der Schlüssel zum Erfolg beim Bemühen um die Fördergelder des Bundes für die Freibadsanierung sein, so die Fraktionsvorsitzenden der drei Parteien. Es entstünde ein Alleinstellungsmerkmal, das es so in Deutschland bislang nicht gibt.

Schwentinental gewänne mit diesem Projekt einen Naturerlebnisraum von besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung. Nach zehn Jahren als Stadt, könnte dies das erste wirklich innovative und gemeinschaftliche Projekt in Schwentinental werden, mit dem Klausdorfer und Raisdorfer sich gleichermaßen identifizieren könnten, eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung müsste dafür erfolgen. Neben der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes könnte das Projekt Naturerlebnisraum Schwentine mit dem zentralen Naturerlebnisbad wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur sein und eine vorbildhafte Wirkung auf die soziale Integration auch über Schwentinental hinaus erzielen.

"Das bedeutet für uns verantwortungsvolles Handeln im Sinne des Bürgers, denn es geht hier um sehr viel Geld", so Joachim Harting, Fraktionsvorsitzender der WIR.

"Wir sind es unseren Bürgerinnen und Bürgern in dieser finanziell schwierigen Situation schuldig, in der Lage zu sein, umzudenken und neue Wege zu gehen, um einerseits die Existenz des Freibades bestmöglich zu sichern, zusätzliche Risiken zu minimieren und andererseits die Chance für eine zusätzliche Förderung des Freibades in Millionenhöhe ggf. zu nutzen und damit die städtischen Finanzen zu entlasten", sind sich die drei Fraktionsvorsitzenden einig und hoffen, dass auch die anderen Fraktionen einen ähnlichen Denkprozess durchlaufen.

Andreas Müller, Grüne Joachim Harting, WIR Jan Voigt, FDP