Pressemitteilung zum Antrag Verbot von Schottergärten der KGK- Fraktion 

18.12.2020
Eingriff  in  die  Gestaltung  privater  Vorgärten  ist keine  Aufgabe  der  Stadt  oder  der  Politik

 

Schwentinental.  Die  FDP-Fraktion  in  der  Stadtvertretung  der  Stadt Schwentinental  lehnt  den  von  der  KGK  eingereichten  Antrag  zum Verbot  von  Schottergärten  ab.  Die  Liberalen  sehen  in  diesem  Ansinnen nicht  nur  einen  weitreichenden  Eingriff  in  die  Gestaltungsmöglichkeiten der  Hauseigentümer,  sondern  auch  einen  Einstieg  in  weitere kommunale  Vorschriften,  die  in  der  Landesbauordnungw  bereits  geregelt sind.


„Aus  unserer  Sicht  hat  die  Stadt  sich  nicht  in  die  Gestaltung  privater Vorgärten  einzumischen.  Und  es  ist  eigentlich  auch  nicht  Aufgabe  der Politik,  Leute  bis  hin  zur  Gestaltung  ihres  Gartens  zu  bevormunden.“, so  Jan  Voigt,  Fraktionsvorsitzender  der  FDP.


Frederik  Lietz,  baupolitischer  Sprecher  der  Fraktion,  spricht  sich ebenfalls  gegen  den  Antrag  der  KGK  aus:  „Viele  Menschen  können  die Pflege  eines  bepflanzten  Vorgartens  schlicht  nicht  leisten,  sei  es  aus zeitlichen,  gesundheitlichen  oder  finanziellen  Gründen.  Was  sollen  das ältere  Ehepaar  oder  die  junge  Familie,  die  künftig  pflegeleicht  bauen wollen,  im  Falle  eines  generellen  Verbots  machen?  Es  würde  wohl höchstens  ein  Rasen  ohne  jegliche  weitere  Bepflanzung  ausgebracht werden,  dazu  wohl  ein  Kfz-Stellplatz  mehr  geplant  werden,  um  die fragliche  Fläche  so  klein  wie  möglich  zu  halten.  Dann  kommt  als nächstes  die  Forderung,  dass  eine  gewisse  Anzahl  von  Sträuchern oder  Büschen  gepflanzt  werden  muss  und  schon  sind  wir  bei  einer Gestaltungssatzung,  die  den  Hauseigentümern  in  jedem  Detail vorschreibt,  wie  ihr  Grundstück  auszusehen  hat.  Wir  wollen  jedenfalls keine  einheitlichen  Neubaugebiete,  die  aussehen  wie  aus  dem Katalog.“


„Wenn  die  Stadt  über  den  ökologischen  Nutzen  begrünter  Gärten aufklären  ist  das  richtig  und  sinnvoll.  Eventuell  kann  die  Stadt Schwentinental  auch  über  ein  „Grün-Förderprogramm“  nachdenken, wie  es  viele  Kommunen  bereits  eingeführt  haben.  Dass  man  allerdings mit  einem  „grünen  Regulierungswahn“  etwas  erreicht,  glauben  wir jedoch  nicht.“,  so  der  Fraktionsvorsitzende  Jan  Voigt.


Im  Übrigen  hat  die  Stadtvertretung  erst  kürzlich  mit  den  Stimmen  der KGK  (und  gegen  die  Stimmen  der  FDP)  eine  Stellplatzsatzung beschlossen,  die  zukünftigen  Eigenheimerbauern  vorschreibt,  wie  viele KFZ-Stellplätze  auf  den  Grundstücken  errichtet  werden  müssen. 
 

„Nachdem mit der Stellplatzsatzung also grundsätzlich Flächenversiegelungen  vorgeschrieben  wurden,  will  man  nun  die Gestaltung  des  restlichen  Vorgartens  auch  noch  vorgeben,  um  an  anderer Stelle  mögliche  Flächenversiegelungen  zu  unterbinden.  Das  erscheint etwas  irre.“,  so  Jan  Voigt  abschließend.